Shaping Tomorrow Together
Rückblick Possehl Innovation Conference 2025
Inhaltsverzeichnis
Zukunftsfähig zu sein, heißt auch und in erster Linie, Innovationen zu fördern. Wie schaffen wir das, und vor allem, wie schaffen wir das zusammen? Das war die Leitfrage der diesjährigen Possehl Innovation Conference. Die Zielsetzung: Gemeinsam die Innovationskraft der Possehl Gruppe stärken und damit auch einen Blueprint für Innovationsfähigkeit im industriellen Mittelstand bieten. Dabei diente die Konferenz als Auftaktveranstaltung bzw. Weckruf, um die verschiedenen Gruppenunternehmen zum Handeln aufzufordern.
Dieses Jahr fand die Innovation Conference (vormals Digitalkonferenz) vom 15. bis 17. September in Kroatien statt – bei unserer Beteiligung Mono Software in Osijek und am Standort Belišće bei HF. Warum die Namensänderung der Konferenz? Weil wir überzeugt sind, dass Innovation über Digitalisierungsthemen hinausgeht, wenngleich diese einen großen Anteil an der Zukunftsfähigkeit des industriellen Mittelstands haben.
Das Programm: Vielseitig und inspirierend
Innovation über Prozesse, Projekte und Produkte hinweg stand also im Fokus. Zweieinhalb Tage lang haben wir in verschiedenen Formaten gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und zukunftsfähige Lösungen diskutiert. Das Programm war abwechslungsreich:
Die Konferenz eröffnete kein geringerer als Emil Possehl. Unsere kreativen Kollegen bei Mono haben ein fast 200 Jahre altes Foto des Stifters mithilfe von KI zum Leben erweckt und so konnte er seine Botschaft direkt an seine Nachfolger richten.
Dr. Jens-Uwe Meyer von Innolytics diskutierte in seiner Keynote die Bedeutung von Innovation. Eine wichtige Erkenntnis: Innovation ist häufig eine Frage der Wahrnehmung und fast immer spielt Umsetzungsgeschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Beispiele dafür sind BYD und Duolingo, zwei Unternehmen, die als sehr innovativ gelten, obwohl sie streng genommen kein neues Produkt anbieten.
Wer heutzutage als innovativ wahrgenommen werden will, sollte also schnell sein; und dazu gehört, so etwas wie neue Technologien einfach mal auszuprobieren und nicht in typisch deutscher Manier alles perfekt machen zu wollen. Es ist also auch eine Frage der Kultur und des Mindsets. Ein Unternehmen der Possehl Gruppe, das diesen Ansatz schon lange (vor-)lebt, ist Eidos. Geschäftsführer Paolo Bori setzt mit seinem Team konsequent auf neue Technologien, wodurch das Unternehmen in den letzten Jahren konstant seine Umsätze steigern konnte, bei gleichbleibender Teamstärke.
Visionär ist auch das neueste Geschäftsmodell von Hako. Mit CleanCity.io hat das Unternehmen eine Plattform geschaffen, die einen wichtigen Beitrag zur Sauberkeit von Städten und Kommunen leistet. In der Plattform findet nicht nur das Flottenmanagement der Reinigungsmaschinen statt; es gibt auch ein Meldeportal für Bewohner, über das Müllaufkommen gemeldet werden kann. In Kombination mit weiteren Apps, neuester Sensortechnik und der Stadtverwaltung entsteht so ein System, das schneller und effizienter auf Verschmutzung reagieren kann. Für diese Innovation erhielt Hako den Emil-Award in der Kategorie „Best Digital Business Model”.
Der Possehl Digital Workshop – Austausch über Unternehmens- und Fachbereichsgrenzen hinweg
Der Digital-Workshop bei Mono füllte den Nachmittag des ersten Tages. In insgesamt neun Gruppen à ca. zehn Personen diskutierten wir zu verschiedenen Themen wie KI, Regulierung, Kosteneffizienz und 10-Jahres-Vision für die Gruppe. Das besondere an dem Workshop-Format war die Zusammenstellung der Gruppen. Hier haben wir bewusst darauf abgezielt, Verantwortliche aus verschiedenen Unternehmen der Possehl Gruppe und aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammenzubringen, um zu jedem Thema diverse Sichtweisen einzuholen. Nach einem kurzen Impuls zum Auftakt folgte eine Art Messe: Alle Teilnehmenden konnten herumgehen und zu jedem Thema ihre Gedanken mitteilen, bevor es in die eigentliche Gruppenarbeit ging.
Wir haben uns für dieses Format entschieden, weil wir fest daran glauben, dass wir die multiplen Herausforderungen heute und in Zukunft nur gemeinsam bewältigen können. Das gilt für die Possehl Gruppe genauso wie für den gesamten industriellen Mittelstand in Deutschland.
Das Konzept der heterogenen Gruppen ging auf. Manchmal lohnt es sich, bewusst Reibung zu erzeugen, um über unterschiedliche Perspektiven neue Ideen zu generieren. So kann man ein eingeschränktes Budget beispielsweise auch als strategische Herausforderung sehen, die dazu anregt, seine Projekte wirksamer zu priorisieren. Und Mitarbeitende unterschiedlicher Unternehmen und Positionen können feststellen, dass sie sich trotz einiger Differenzen mit denselben Problemen konfrontiert sehen. Die lebhaften Diskussionen resultierten in zahlreichen To Dos und neun konkreten Ergebnissen, die wir im nächsten Schritt in die Umsetzung bringen werden.
Weitere Highlights der Konferenz
Die Einführung von KI und auch Investitionen in KI beschleunigen sich aktuell schneller als jede andere Technologie in der Geschichte der Industrie. Trotzdem ist KI nicht alles. Denis Sušac, Geschäftsführer von Mono, erinnerte in seiner Präsentation daran, dass die Stärke der Possehl Gruppe und der Industrie die Entwicklung und der Bau von echten Gegenständen ist. Den gleichen Anspruch sollten wir auch an KI und ähnliche Produkte haben – was funktioniert, was nicht und wie können wir die Risiken in den nächsten Schritten minimieren? Dabei geht es vor allem um die Integration neuer Technologien, denn daran scheitern aktuell die meisten Initiativen.
Ein weiteres Highlight war ein Roboter-Team, das die Konferenz begleitet hat, bestehend aus einem Humanoiden und einem „Hund". So konnten wir auch die Frage klären, warum Roboter häufig dem Menschen nachempfunden werden: Das kommt daher, dass die Mechanik der menschlichen Hand für viele Aufgaben perfekt designt ist. Es ist also sinnvoll, einen Roboter so zu designen, dass er den Menschen bestmöglich unterstützen kann.
Was haben wir gelernt?
„Culture eats strategy for breakfast”: Innovation ist nicht in erster Linie eine Frage der richtigen Strategie, sondern vor allem eine Kultur- und Mindset-Frage – wenn wir uns nicht dafür öffnen, neuen Ideen Raum zu geben, werden wir auch keine neuen Wege beschreiten. Innovation betrifft alle Geschäftsbereiche und Führungsebenen. Es braucht ein bisschen Mut, keine Angst davor, bei den ersten Versuchen auch mal zu scheitern und ganz besonders: weniger Perfektionismus (zumindest am Anfang).
Die Innovation Conference hat gezeigt, wie wichtig der Austausch innerhalb der Gruppe ist und wie bereichernd die Perspektiven aus unterschiedlichsten Unternehmen und Abteilungen sind. In einer Unternehmensgruppe, die von U-Boot-Technologie über Edelmetallverarbeitung bis hin zu Badezimmerteppichen in verschiedensten Branchen vertreten ist, steigert der Austausch das gegenseitige Verständnis enorm und führt zu neuen Erkenntnissen und Ideen.
Darüber hinaus sind die Learnings aus den vergangenen zwei Jahren Digitalkonferenz noch immer und weiterhin relevant: Wir wollen das Gruppengefühl nach innen stärken. Wenn wir auch in Zukunft auf Erfolgskurs bleiben wollen, müssen wir uns zusammentun. Diese Erkenntnisse gelten nicht nur für die Gruppe. Initiativen wie Next Level Mittelstand und der Maschinenraum, die sich für Vernetzung, Austausch und gegenseitige Unterstützung in der Industrie einsetzen, bestätigen das Gefühl, dass wir nur mit Zusammenhalt zukunftsfähig bleiben.
Am Ende waren sich alle in einem Punkt einig: Wir wollen die Zukunft gemeinsam als Gruppe gestalten. Die Konferenz als Weckruf zu gestalten hat gewirkt – die positive Aufbruchsstimmung aus den drei Tagen tragen wir jetzt in die weitere Gruppe.
Let’s shape the future together!