Eine Frage der Unternehmenskultur
Wege zur (digitalen) Innovation
Inhaltsverzeichnis
Digitale Innovation entsteht dort, wo Unternehmen die entsprechenden Grundlagen schaffen, damit Ideen entstehen können. Das können bspw. Strukturen und Freiräume für Mitarbeitende sein. Wenn diese sich sicher und wertgeschätzt fühlen und eine Fehlerlernkultur vorherrscht, kann dies Innovationsprozesse beschleunigen. Eine andere Möglichkeit ist der Ausbau von Partnerschaften oder die Organisation in Netzwerken wie dem Maschinenraum.
Der Mittelstand verfügt über enormes Potenzial: Loyale Mitarbeitende mit jahrelanger Erfahrung, viel Kundennähe und Unternehmergeist. Entscheidend ist, die richtigen Wege zu wählen, um dieses Potenzial zu aktivieren. In diesem Artikel stellen wir einige der möglichen Wege vor.
1. Intrapreneurship – Innovation aus den eigenen Reihen
Intrapreneurship bedeutet, dass Mitarbeitende zu Unternehmern im Unternehmen werden. Unternehmensinterne Programme und Workshops bieten die Möglichkeit, Ideen zu fördern und schnell zu testen. Inkubatoren und Labs stellen Coaching, Ressourcen und Expertenzugang bereit. Der Vorteil: Unternehmen verbinden so die Agilität eines Start-ups mit ihren eigenen Ressourcen und nutzen dabei ihre etablierte Marktposition.
2. Interne Innovationsmanagement-Strukturen
Strukturen sind notwendig, damit Innovation nicht vom Zufall abhängt. Dazu gehören Ideenplattformen, Pitch Days oder interne Acceleratoren. Ebenso wichtig sind Freiräume. Ein Beispiel dafür ist Googles „20-%-Regel“: Mitarbeitende können 20 % ihrer Arbeitszeit dafür nutzen, an Projekten zu arbeiten, von denen sie glauben, dass sie Google weiterbringen werden.
Eine andere Möglichkeit ist, gezielt finanzielle Mittel für Pilotprojekte zur Verfügung zu stellen. Incentivierungssysteme bieten einen zusätzlichen Anreiz und können motivierend wirken; Anreize können etwa Boni, Anerkennung oder Karriereoptionen sein. Auf diese Weise wird Innovation zu einem festen Bestandteil des Arbeitsalltags.
In dem Zusammenhang können Projekte auch für den Innovationsprozess intern ausgeschrieben werden. Möglicherweise schlummern großartige Ideen in Abteilungen, die normalerweise nicht an einem Innovationsprozess beteiligt sind. Anstatt sich nur auf die Kreativität der F&E-Abteilung zu verlassen, kommt so Input bspw. aus der Rechtsabteilung, dem Kundensupport und der Qualitätssicherung zusammen.
Welche internen Innovationsmanagement-Programme wir in der Possehl Group verfolgen, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema Open Innovation.
3. Ausgründungen und neue Geschäftsmodelle
Nicht jede Idee passt zum Kerngeschäft. Hier können interne Start-ups oder Spin-offs eine Lösung sein. Mit Company Builder-Ansätzen lassen sich neue digitale Geschäftsmodelle schnell entwickeln und testen. Der Vorteil: Risiken und Dynamik sind vom Kerngeschäft getrennt, wodurch Unternehmen flexibler neue Märkte erschließen können. Ein Beispiel aus unserem eigenen Alltag ist die Ausgründung der Possehl Digital Services GmbH.
Dieser Ansatz ist nicht für jedes Unternehmen möglich, denn Ausgründungen sind mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Kleinere Mittelständler verfügen häufig nicht über ausreichend Fachkräfte oder internes Know-how, um eigene Start-ups aufzubauen und professionell zu begleiten. Zudem erfordern Ausgründungen Investitionen und eine klare Governance, damit Ressourcen nicht zwischen Kerngeschäft und neuem Geschäftsmodell zerrieben werden.
4. Innovationspartnerschaften
Kooperationen mit Hochschulen und Forschungsinstituten eröffnen den Zugang zu neuen Technologien. Übergreifende Industrie-Netzwerke wie der Maschinenraum oder das Possehl-interne Cluster-Ökosystem fördern den Wissenstransfer und ermöglichen Einblicke in die Innovationsprozesse anderer Unternehmen. Daraus lassen sich auch Benchmarks ableiten. Daneben sind Start-up-Kooperationen ein wirksames Mittel – von Pilotprojekten bis hin zu Beteiligungen. So entsteht ein Ökosystem, das Innovationsprozesse beschleunigt.
5. Investments in digitale Innovationen
Unternehmen können Innovation auch durch gezielte Investitionen fördern. Beteiligungen an Start-ups oder Venture Fonds sichern den Zugang zu neuen Technologien und Märkten. Ein Beispiel ist Possehl Digital: Wir investieren in Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Prozessautomatisierung und unsere digitale Fabrik, um Innovationen in die Unternehmensgruppe und darüber hinaus in den industriellen Mittelstand zu tragen.
Fazit: Der richtige Mix machts
Unternehmen haben viele Wege, digitale Innovationen zu fördern – von Intrapreneurship über interne Strukturen bis hin zu Partnerschaften und Investments. Erfolgreich sind diejenigen, die den passenden Mix für ihre Strategie, Kultur und ihr Marktumfeld wählen. Dabei fällt der Kultur eine entscheidende Funktion zu. Denn nur Unternehmen, die Innovationen wollen und die entsprechenden Strukturen schaffen, fördern die Kreativität ihrer Mitarbeitenden. So wird Innovation zum festen Bestandteil der Unternehmens-DNA, anstatt nur ein Zufallsprodukt zu bleiben.